Die 40. Folge unseres Podcasts beginnt mit einer Geschichte, die man sich kaum ausdenken kann: Ein betrunkener Mann nutzt den Grünstreifen vor Cathys Haus kurzerhand als Toilette – für sein großes Geschäft. Von dort aus entwickelt sich eine Episode, die zwischen Alltag, Popkultur und gesellschaftlichen Fragen hin- und herspringt – und genau darin ihre Stärke entfaltet.
Die Jubiläumsfolge unseres himmeblabla Podcasts startet feierlich und albern zugleich: Catherine Faber eröffnet die Episode an „diesem flauscheligen Ostermontag“ migt einem reimgewaltigen Lobgedicht. Weil die Aufnahme an Karfreitag entstanden ist, streifen die Hosts die biblische Bedeutung der Zahl 40. Schon dieser Einstieg macht klar: Diese Folge wagt Spagate.
Öffentliches Defäkieren
Dann kommt Cathys Bangerstory – und die hat es in sich. Vor ihrem Haus, direkt am Grünstreifen neben dem Fuß- und Radweg an den Bahngleisen, erleichtert sich spätabends ein sturzbetrunkener Mann in aller Öffentlichkeit. Cathy erzählt das ebenso fassungslos wie komisch und biegt nebenbei kurz ins Juristische ab: Was bedeutet öffentliches Defäkieren eigentlich rechtlich? Allein dafür lohnt sich das Anhören schon. Man möchte lachen und gleichzeitig den Glauben an die Menschheit kurz zur Reparatur bringen.
Danach wird es popkulturell und politisch. Ausgehend von Christians Ärger über DSDS sprechen die Hosts über Castingshows früher und heute, über problematische Öffentlichkeit für toxische Männerfiguren und über die Frage, warum Leute wie Dieter Bohlen, Bushido oder Xavier Naidoo immer wieder auf großen Bühnen landen. Cathy erzählt in dem Zusammenhang, dass sie selbst beinahe einmal bei Deutschland sucht den Superstar mitgemacht hätte. Wie so oft: Das Gespräch bleibt nicht beim Rant, sondern landet sehr direkt bei Medienverantwortung und Menschenbild.
Dazwischen biegen Christian und Cathy wie gewohnt in die himmeblabla-typischen Seitengassen ab, die gerade deshalb funktionieren, weil sie auch unwegsam wirken dürfen: haarende Haustiere, ein sehr lieber Spotify-Kommentar von Hörerin Bettina zur Live-Folge und Cathys neue inoffizielle Rubrik, nach der die Hosts künftig die Lieblingssüßigkeiten ihrer Hörenden kosten wollen. Außerdem gibt’s ein Lektüren-Update – und einen kurzen Abstecher Richtung Mondmission samt mythologischer Bezüge, bei dem Cathy sich ausdrücklich als Mondfan outet.
Subba Sach und Schmankerl der Folge
In den Rubriken wird’s dann wieder schön konkret. In ihrer Subba Sach empfiehlt Cathy den Instagram-Account von Viktor Haisch, der konsequent Good News postet – als Gegenmittel zum Doomscrolling. Christian bringt das neue Bikesharing-System Myradl im MVV-Gebiet mit, spricht über geordnete Abstellzonen, App-Integration und die Frage, ob vernetzte Mobilität diesmal wirklich alltagstauglich wird.
Im Schmankerl würdigt Cathy Bier – und erinnert daran, dass Bierbrauen historisch lange Frauensache war, bevor das Patriarchat auch dieses Feld an sich zog. Christian wiederum widmet sich neuer Forschung zur Klitoris, deren Nervenstruktur inzwischen deutlich präziser kartiert wurde – ein Thema, das medizinisch relevant ist und nebenbei zeigt, wie groß die blinden Flecken in der Forschung noch immer sind.
Musikalisch landet die Folge schließlich zwischen Aufbruch, Sehnsucht und Haltung: auf Cathys Seite mit Chappell Roans „Pink Pony Club“ und Olivia Dean mit „Man I Need“, auf Christians mit Allie Sherlock (I Don’t Need Saving) und RAYE: Where Is My Husband.
Ein Betthupferl gibt’s diesmal nicht – stattdessen endet die Episode nach einem wilden Ritt durch Abgründe, Alltagsirrsinn und überraschend kluge Beobachtungen einfach genau richtig: ohne Zuckerguss, aber mit genug Stoff für Ohr, Kopf und Lachmuskeln.
Die komplette Folge könnt ihr überall anhören, wo es Podcasts gibt.

