So traurig die letzten Wiesntage auch immer sind und so sehr uns der Abschiedsschmerz in die Wadl beißt – auf Instagram hat Dominik Kirschner uns diese letzten Stunden versüßt: Mit seinem Clip über das Herbstfest. Aber wer ist der Mann?

„Der Rosenheimer kotzt nicht, weil er muss, sondern weil er will“. So plakativ endet der kurze Clip von Dominik auf seinem Insta-Kanal, der ihm kurz vor Wiesn-Ende nicht nur ziemlich viel Aufmerksamkeit, sondern quasi über Nacht auch mehrere hundert Follwer:innen mehr generiert hat. Verdient, muss man sagen:

Nie von Dominik Kirschner gehört? Wir vorher auch nicht. Schande über uns! Denn der 32-Jährige ist seit rund einem Jahr auf den offenen Comedy-Bühnen hauptsächlich in München unterwegs und gibt Humor über bayerische Erziehung und nie stattfindende „Hot Girl Summer“ zum Besten. Eigentlich ist der Bruckmühler aber (noch) kein hauptberuflicher Comedian sondern Wirtschaftsinformatiker und arbeitet momentan als Produktmanager. Ideale komödiantische Voraussetzungen? Naja … Als Produktmanager habe er allerdings tatsächlich schon ein bisschen Erfahrung, „einem Raum voller Menschen Schmarrn zu erzählen“, sagt er. Dass ihm Verwandlungen und das Schlüpfen in andere Charaktere und Rollen liegen, merkt man auch an seinem Engagement in diversen Theaterproduktionen – auch wenn’s da (zumindest thematisch) meist etwas ernsthafter zugeht. Momentan muss das Theater etwas zurückstecken, denn schon aus Zeitgründen steht bei Kirschner die Comedy gerade im Vordergrund.

„Als Kind wurde ich wahlweise mit Queen und Willy Astor beschallt, was wohl meine Vorliebe für Gesichtsbehaarung und Wortwitze erklärt.“ – Dominik Kirschner
Fotos: Screenshot Instagram / @lukas.m.foto

In Dominik sei die Comedy schon immer da gewesen, sagt er. Aufgewachsen in Berbling unter dem Einfluss von Willy Astor, Otto und Michael Mittermeier und zusätzlich geprägt von zahlreichen Komödien der Neunziger Jahre sowie – wie alle Kinder der 90er – den Simpsons, entschied er sich trotzdem für einen „anständigen“ Job und dafür, dem Witze erzählen erst einmal den Rücken zuzukehren. Aber dieses kleine Träumchen vom Humor, das war hartnäckig und blieb da. Vor rund einem Jahr dann die Erlösung: Der Schmarrn kann endlich raus, denn es gibt Open Mics in München!

Comedy-Kirschner endlich auf der Bühne

Mittlerweile beeinflusst von hauptsächlich amerikanischen Comedians wie Bill Burr aber auch der Münchner Riege, steht er also regelmäßig auf den Bühnen der bayerischen Hauptstadt und unterhält Menschen. Zum Beispiel im „Lucky Punch Comedy Club“. Und der gehört? Michael Mittermeier. Kreis geschlossen. Und es macht ihm einen Heidenspaß. „Jede Bühnenshow ist so einzigartig und fantastisch“, am besten sei es, wenn er von der Bühne runter schon merke, wie er die Lebensrealität der Menschen treffe und sie sich wiederfinden in dem, was er erzähle. Auch wenn er privat über Sachen lacht, die laut eigener Aussage so „infantil“ sind, dass er sich selbst den Humor eines Achtjährigen zuschreibt. Kann er nix dafür, sagen wir, waren die Komödien.

Kirschner düst für die meisten seiner Open Mic-Sessions nach München, denn auf dem Land findet sich im Bereich offene Bühne oder Comedy generell nicht wahnsinnig viel. Außer, hebt er lobend hervor, Ro-Town Comedy in der Asta Kneipe: „Rosenheims erstes und bestes Open Mic!“ Zusätzlich arbeitet er gerade selbst an einem Open Mic in Bad Aibling. Über den Status des Projekts informiert Euch Kirschner auf seinem instagram-Kanal. Vielleicht kann er das ja in einem Setting á la Marcus H. Rosenmüller machen: „gerne in einem alten, dunklen Wirtshaus, in dem der jahrzehnte alte Zigarrenrauch“ noch durch die Vorhänge und Polster wabert. Da können wir ihn uns auch gut vorstellen, den Mann mit dem Balken-Bart im Freddie Mercury-Style im Gesicht und den bayerischen Spaß-Geschichten im Kopf.